Aktuelles

Zur aktuellen Lage und statistischen Erfassung von Moscheeübergriffen in Deutschland


Wir sind überaus besorgt über die Gewalt gegenüber Muslimen und ihren Moscheen. Wie die jüngsten Ereignisse in Berlin und Bielefeld verdeutlichen, sind Übergriffe auf Moscheen ein ernstzunehmendes Problem in Deutschland. Dies erfordert entsprechende Maßnahmen u.a. von Seiten der Politik.

Allen voran steht hier die seit Jahren geforderte separate Erfassung von antimuslimischen Straftaten. Nur so ist es auch möglich, verlässliche Zahlen über islamfeindliche Straftaten in der Kriminalstatistik zu erhalten. Derzeit schwanken die Zahlen zum Teil erheblich. So geht aus einer kleinen Anfrage der Linksfraktion an die Bundesregierung hervor, dass in der amtlichen Kriminalstatistik im Zeitraum 2012 bis 2014 insgesamt 78 islamfeindliche Übergriffe auf Moscheen registriert wurden. Aufgrund des Mangels in der statistischen Erfassung (keine gesonderte Erfassung von antimuslimischen Straftaten) konnte auch 2011 das Bundeskriminalamt nicht sagen, ob islamfeindliche Straftaten zugenommen haben oder nicht. Dieser Zustand des Mangels sollte schnellstmöglich behoben werden und islamfeindliche Straftaten auch als solche erfasst werden.
Doch nicht nur in der polizeilichen Kriminalstatistik zeigt sich, dass islamfeindlich motivierte Moscheeübergriffe nicht adäquat erfasst werden. Auch von Seiten der Wissenschaft wird angemahnt, dass Moscheeübergriffe nicht systematisch erfasst werden, so dass hier verlässliche Zahlen als Grundlage dienen können.

Unter anderem aus diesem Grunde hat die DITIB Antirassismus- und Antidiskriminierungsstelle damit begonnen, neben islamfeindlichen Übergriffen auf Personen auch Moscheeübergriffe gesondert zu erfassen
http://www.ditib-antidiskriminierungsstelle.de/
In den wenigen Monaten seit Freischaltung des Fragebogens wurden bereits 14 Übergriffe auf Moscheen registriert. Wir möchten dabei nicht nur den Betroffenen eine Anlaufstelle und Unterstützung anbieten. Eine zentrale und systematische Erfassung der Übergriffe soll auch Wissenschaft und Politik zur Verfügung gestellt werden, so dass gesichertere Erkenntnisse über das Ausmaß dieser abscheulichen Taten gewonnen werden können.

Darüber hinaus begrüßen wir die gesteigerte mediale Aufmerksamkeit im Falle von Moscheeübergriffen. Ein Problembewusstsein für diese Taten kann in unserer Gesellschaft nur dann entstehen, wenn über diese Taten auch berichtet wird.